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Geschrieben von Administrator
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17 Februar 2006 |
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Intensivpflege
Auf unserer Station werden Kinder behandelt und gepflegt, welche schwerkrank oder zu früh geboren wurden. Unreife, Anpassungsschwierigkeiten oder Infektionen machen es häufig notwendig, dass die Kinder in Brutkästen (Inkubatoren) liegen und oft auch eine künstliche Beatmung benötigen. Zur optimalen Überwachung sind viele technische Geräte (z.B. Herz-/Atmungsmonitore, Sauerstoffüberwachung und andere) notwendig. Unsere Herausforderung in der täglichen Pflege besteht darin, die Balance zwischen der lebensnotwendigen und lebenserhaltenden medizintechnischen Intensivpflege und den menschlichen und psychischen Bedürfnissen unserer kleinen Patienten und deren Eltern zu finden, um dem auch gerecht werden zu können. Die Pflegeplanung und die Pflegemaßnahmen erfolgen nach dem Pflegemodell NANCY ROPER unter Berücksichtigung der einzelnen Lebensaktivitäten, um eine individuelle Pflege ermöglichen zu können. Neben diesem Pflegemodell setzen wir in der Pflege zusätzlich noch andere Schwerpunkte, welche in Folge kurz beschrieben werden.
Ruhe
Da Frühgeborene eine lange Zeit im Inkubator ("Brutkasten") verbringen, und während dieser Zeit vielen pflegerischen und auch überwachungstechnischen Einflüssen ausgeliefert sind, erscheint uns eine gewisse Privatsphäre und Ruhe als äußerst wichtig. Um dies zu ermöglichen wurden einerseits die entsprechenden baulichen Maßnahmen ergriffen (nur zwei Intensivplätze pro Zimmer, Schutz vor Licht- und Lärmbelästigung, etc), als auch der Pflegeablauf in dieser Richtung koordiniert.
Gezielte Berührungen Während des oft wochenlangen Aufenthaltes auf Station kommen unsere kleinen Patienten im Rahmen der Pflege mit vielen verschiedenen Personen in Kontakt. Eine achtsame und durch alle beteiligten Personen in ähnlicher Weise durchgeführte Kontaktaufnahme über die Haut verhindert ständige Irritationen des Babys. Dabei bedienen wir uns der Grundprinzipen der Basalen Stimulation. Viele dieser Maßnahmen werden individuell für jedes Baby angepaßt. Dies ermöglicht mehr zärtliche Zuwendung und ein besseres Eingehen auf die besonderen Bedürfnisse unserer "Frühchen". Alle Schwestern der Station haben diesbezüglich eine weiterführende Ausbildung.
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Einbeziehung der Eltern
Eine wichtige Rolle spielt auch das Einbinden der Eltern in Pflegemaßnahmen. Unser gesamtes Team ist stets um einen sehr frühen Beziehungsaufbau zwischen Eltern und Kind bemüht. Eine freundliche, ruhige Atmosphäre ist dabei von Bedeutung, vor allem wenn die Eltern ihr Kind zum Kuscheln aus dem Inkubator herausbekommen. Dieses "Kangorooing" (= intensiver Hautkontakt zwischen Kind und einem Elternteil ,wobei das Baby auf den Oberkörper gelegt wird), wie wir es nennen, ist auch schon bei Kindern möglich, welche noch beatmet sind. Oft können die Eltern gewisse Teile der Pflege schon nach kurzer Zeit übernehmen. Wir versuchen den Eltern von Anfang an die Wichtigkeit der regelmäßigen Besuche, Massagen und Berührungen zu vermitteln und sie dabei zu unterstützen. Für besonders wichtig halten wir die Aufnahme der Mutter oder des Vaters einige Tage vor Entlassung von langzeit-behandelten Frühgeborenen, um durch diese Vorbereitungszeit mögliche Interaktionsstörungen zu reduzieren und pflegerische Probleme gleich besprechen zu können.
Stillberatung
Auch für Frühgeborene ist die Muttermilch die beste Ernährung. In den ersten Tagen der Intensivtherapie ist ein Stillen der Kinder oft unmöglich, sie bekommen jedoch in dieser Zeit schon die Milch ihrer Mutter über eine Sonde verabreicht. In der späteren Phase der Pflege kann das Baby dann meistens gestillt werden. In all diesen Phasen stehen wir bei eventuell auftretenden Problemen (zB beim Abpumpen und der weiteren Behandlung der Muttermilch, oder bei Stillproblemen) gerne beratend zur Seite.
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Letzte Aktualisierung ( 01 Februar 2011 )
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